Catalogus Professorum

Professorinnen & Professoren der TU Berlin und ihrer Vorgänger

Prof.Geheimer RegierungsratDr.-Ing. E. h.

Johann Stumpf Auch: Johannes

Zur Person

Nach dem Besuch der Ruhr-Realschule in Mülheim studierte Johann Stumpf, auch unter Johannes Stumpf bekannt, an der Technischen Hochschule Aachen mit Auszeichnung. Hier begegnete er erstmals Alois Riedler, der dort von 1884 bis 1888 als etatmäßiger Professor in der Abteilung Maschinen-Ingenieurwesen lehrte.
Vom Oktober 1888 bis 1893 arbeitete Stumpf als Assistent bei Aois Riedler, der als ordentlicher Professor für Dampfmaschinen und Maschinenanlagen (spätere Umbenennung in Maschinenelemente und Verbrennungskraftmaschinen) in der Abteilung III für Maschinen-Ingenieurwesen mit Einschluss des Schiffbaues an der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin tätig war. Während seiner Assistentenzeit beschäftigte er sich mit der konstruktiven Weiterentwicklung der Riedlerschen Wasserwerks- und Kanalisationspumpen und der Luftkompressoren. Die „World’s Columbian Exposition“, auch „The Chicago World’s Fair“ betitelt, fand vom 1. Mai bis zum 30. Oktober 1893 in Chicago statt. Angesetzt war die Weltausstellung 1892, um den vierhundertsten Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 zu ehren. Zur Eröffnungsfeier am 21. Oktober 1892 durch Präsident Grover Cleveland waren jedoch noch viele Gebäude unvollendet, sodass die offizielle Eröffnung erst 1893 realisiert werden konnte. Dorthin fuhr 1893 Alois Riedler mit Johann Stumpf, der anschließend bis 1896 als Oberingenieur bei der Firma Fraser & Chalmers in Chicago blieb und dort den Pumpen-, Verdichter- und Corlissdampfmaschinenbau leitete.

Vom 1. Oktober 1896 bis zu seiner Emeritierung 1929 wirkte Johann Stumpf als ordentlicher Professor für Dampfmaschinenbau in der Abteilung III für Maschinen-Ingenieurwesen (ab 1922 Fakultät III für Maschinenwirtschaft und ab 1928 Fakultät III für Maschinenwesen, Fachabteilung für Maschinenbau) an der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin (ab 1919 Technische Hochschule zu Berlin) und nach seiner Emeritierung hielt er dort bis 1936 Vorlesungen.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Johann Stumpf, als Schüler von Alois Riedler, vertrat eine praxisorientierte technisch-wissenschaftliche Auffassung mit engen Kontakten zur Industrie.

Stumpf ist der Erfinder der (Einzylinder)-Gleichstrom-Dampfmaschine, eine viel einfachere Lösung mit günstigeren Dampfverbrauch im Vergleich zu der damals üblichen Verbund-Drei- und Vierzylindermaschine. Die effizientere Gleichstromtechnik löste zunehmend das bis dahin übliche Wechselstromprinzip ab. Seine Konstruktion der 2000 PS-Luftkompressoren für die Popp-Zentrale in Paris gilt ebenfalls als hohe technische Leistung. In Zusammenarbeit mit Alois Riedler schuf Johann Stumpf die Konstruktion einer neuen Dampfturbine, die Riedler-Stumpf-Turbine.

Gremientätigkeiten und Mitgliedschaften

Seit 1889 Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Seit 1908 Mitglied der Schiffbautechnischen Gesellschaft.

Im Studienjahr 1900/1901 wirkte er als Vorsteher (Dekan) der Abteilung III für Maschinen-Ingenieurwesen.

Ehrungen

  • 11. März 1912: Geheimer Regierungsrat
  • 15. Dezember 1919: Ehrendoktor der Technischen Hochschule Aachen
  • 26. Januar 1926: Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften der physikalisch-mathematischen Klasse
  • 6. Dezember 1929: Ehrenbürger der Technischen Hochschule zu Berlin
  • In Köln-Buchheim wurde eine Straße nach ihm benannt.

in Mülheim / Rhein

in Berlin

Lehrtätigkeit

Königliche Technische Hochschule

Technische Hochschule

Ämter